Familie

Familienpolitik

FAMILIENZEIT IST LEBENSZEIT

Kinder bedeuten Zukunft und sind die Voraussetzung für die Gesellschaft von morgen. Kinder sind Glück, Zufriedenheit, Erfüllung und sinnstiftend. Kinder benötigen zur Entfaltung Liebe, Geborgenheit, Verlässlichkeit, Sicherheit und ein Leben in Würde.

Heute lebt eine Mehrheit aller Kinder in mittelständischen Familien. In vielen Familien wird bei der Geburt des Kindes vorübergehend auf die Erwerbstätigkeit eines Elternteils (i.d.R. jene der Mutter) verzichtet, damit sie sich auf die Erziehungsarbeit konzentrieren kann. Doch wenige Jahre später sind 75% aller Mütter erwerbstätig, viele teilzeitig und teilen sich die Betreuung mit dem Vater des Kindes, mit den Grosseltern, Verwandten und Nachbarn oder die Eltern vertrauen einer Institution ihr Kind für durchschnittlich 2 Tage an.

Diese unschätzbare Erziehungs- und Betreuungsarbeit, die von Eltern, Grosseltern und anderen Personen wahrgenommen wird, erlaubt die Entwicklung des Kindes. Diese Erziehungs- und Betreuungszeit muss anerkannt werden, denn Familienzeit ist Lebenszeit.

Die Pflege der Familienbeziehungen

Familienzeit ist Lebenszeit, auch in der späteren familialen Lebensphase. Die Pflege der Familienbeziehungen ist heute für viele eine Selbstverständlichkeit, so hat denn auch eine Mehrheit der Familien wöchentlich Kontakte zu den eigenen Eltern und Schwiegereltern. Der Kontakt zu den Grosskindern ist oft intensiv und schwächt sich in der Pubertät kaum ab. Eine grosse Kontinuität ist spürbar. Grosseltern geben Einblick in die Herkunftsgeschichte, sind oft auch verantwortlich für die Übermittlung der familialen – auch religiösen – Rituale, vermitteln Wissen, schenken vor allem aber Zeit, Geborgenheit, Vertrauen und Unterstützung.

Deshalb fordere ich seit längerem, dass Familien in jeder Lebensphase mehr Zeit zur Beziehungspflege haben.

Zeit alleine genügt jedoch nicht, Familien in jeder Lebensphase benötigen auch Geld und Infrastrukturen.

Deshalb setzte ich mich für folgende Anliegen ein:

  • die Schaffung des längst fälligen Mutterschaftsurlaubes
  • die Mitfinanzierung neuer Kindertagesstätte (Krippen und Horte) durch den Bund
  • die Einführung von Mindestkinder- und Ausbildungszulagen von 200.- resp. 250.- pro Kind und Monat, ganz nach dem Motto Ein Kind – Eine Zulage
  • die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter und Mütter

In Zukunft will ich die Diskussion zu folgenden Themen vorantreiben:

1.    Einführung einer Erziehungszeit: Vater und Mutter soll das Recht eingeräumt werden, 26 (oder mehr?) Wochen unentgeltlich bis zum 16. Lebensjahr des Kindes, der Erwerbsarbeit fern zu bleiben, damit den spezifischen Bedürfnissen des Kindes Rechnung getragen werden kann (Krankheit, Einschulungsprobleme, Pubertät, usw.).

2. Vaterschaftsurlaub: die heutige Situation ist für viele Väter unbefriedigend. Damit der Vater sich früh dem Kind annehmen kann, ist ein Vaterschaftsurlaub von mindestens 1 Woche einzuführen.

3.Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter und Mütter: es darf nicht sein, dass die Erwerbstätigkeit beider Eltern zu einer Schmälerung des verfügbaren Einkommens führt. Die negativen Auswirkungen im Steuersystem müssen eliminiert werden, denn die Abhalteeffekte treffen vorwiegend die mittelständischen Familien.

4. Einführung von Lebensarbeitszeit mit Zeitkonten oder Langzeitkonten als Arbeitszeitmodell: Dank einem Zeitkonto können individuelle Zeitguthaben angespart werden, die in einem späteren Zeitpunkt als kürzerer oder längerer Urlaub bezogen werden können. Diese Zeit kann frei eingesetzt werden, so z.B.  für Weiterbildung, für eine Familienpause oder eine befristete Reduktion der Erwerbsarbeitszeit.

5. Vereinbarkeit von Beruf und familiale Pflege: im Gegensatz zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Eltern von Kleinkindern, stehen erwachsene Kinder vor anderen Herausforderungen, wenn sie Beruf und familiale Pflege vereinbaren müssen, denn die Pflege gilt erwachsenen, älteren Menschen mit Einschränkungen, Menschen deren Krankheits- und Behinderungsverlauf ungewiss ist. Angesichts der älterwerdenden Gesellschaft müssen Wirtschaft und Politik auf diese neuen Herausforderungen reagieren.

6. Tagesheime als Entlastungsoption: Damit die Menschen, die sich der Pflege und Begleitung von abhängigen Personen annehmen auch zwischen durch eine Entlastung erfahren können, sind entsprechende Infrastrukturen (auch in bestehenden Institutionen) zur Verfügung zu stellen.

7. Verbesserung der Startchancen: viele Familien, auch Familien mit Migrationshintergrund, sind auf frühe Unterstützung angewiesen, damit sie eigenständig ihre Aufgaben wahrnehmen können. Es gilt ihre Autonomie zu stärken, indem die Startchancen der Kinder dieser Familien verbessert werden. Frühzeitige Integration in ein förderndes Umfeld, frühzeitiger Spracherwerb und frühzeitige soziale Integration in Hort und Kindertagesstätten stärken die Kinder und verbessern ihre Startchancen im Alltag und verringern den sozialen Ausschluss.

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