28.01.2012 / Allgemein / /

Dem Buch zuliebe !

Bücher sind nicht irgendein Konsumgut. Bücher sind viel mehr. Bücher bringen uns die Welt näher, nähren unsere Phantasiewelt, wecken Emotionen und sind Nährboden für Träume. Bücher sind Teil einer – unserer -Kultur. Ein besonders Kulturgut, welches einen besonderen Schutz braucht. Der Schutz heisst: Buchpreisbindung. Unsere Nachbarstaaten machen es uns vor, die Buchpreisbindung ist dort unbestritten. Die Bevölkerung in unseren Nachbarländern wissen, dass die Buchpreisbindung eine sehr unbürokratische Art der Kulturförderung ist, die den Steuerzahler nichts kostet.

Was andere können, können wir auch! Das Schweizer Parlament hat sich aus Überzeugung für die Buchpreisbildung ausgesprochen. Im Vorfeld dieses Entscheides haben wir eine Analyse der Buchhandlungslandschaft gemacht und stellten fest, dass diese, seit der damaligen Aufhebung der Buchpreisbindung, sich sehr verändert hat. Zahlreiche kleine Buchhandlungen auf dem Land und in den Städten sind verschwunden. Vieles ging dabei verloren: die persönliche Beratung und vor allem die Empfehlungen der Buchhändlerinnen und Buchhändler. Sie sind dafür ausgebildet, aus der überwältigenden Produktion der Verlage das Geeignete auszuwählen oder zu empfehlen. Sie bieten auch kleine Bücher, mit regionalem Einschlag, an. Diese hätten in einem Discounter oder im Internet keine Chance. Denn die Discounter leben vor allem von Bestsellern, sie legen Dan Brown und John Grisham auf, das tun zwar die kleinen auch, aber sie legen noch Melinda Nadj Aboniji oder Etienne Barillier auf. Diese Schweizer Autoren sind auf Schweizer Verlage angewiesen, wie dies auch für Martin Suters Bücher der Fall war. Auch er verdankt seinen Erfolg einem Schweizer Verlag. Vergessen wir nicht: Suters Bücher sind nicht vom Himmel gefallen, sondern wurden von einem Schweizer Verlag lanciert und erst über den Schweizer Buchhandel zum Erfolg.

Die Buchpreisbindung sorgt dafür, dass die Konkurrenz der Bücher beim Endkunden nicht über den Preis, sondern über den Inhalt läuft. So bekommt neben dem Bestseller aus den USA auch die Übersetzung aus dem Rätoromanischen eine Chance. Auch wenn wir die Buchpreisbindung wieder einführen, werden die Preise, nicht etwa vom Staat, sondern wie bis anhin von den Verlagen im freien Wettbewerb festgelegt. Der Rowohlt Verlag kann nicht plötzlich einen gebundenen Roman für Fr. 60.- verkaufen, weil er in Konkurrenz zu Diogenes, Suhrkamp und vielen anderen steht. Der Preisüberwacher kontrolliert ferner, dass die Umrechnung vom Euro in den Franken für die Konsumenten stimmt.

Wenn wir weiterhin wünschen, dass Buchhandlungen uns allen, die gerne Bücher lesen, auch solche, die von Schweizern geschrieben sind, anbieten, dann müssen wir uns für die Buchpreisbindung stark machen. Wenn wir weiterhin wünschen, dass Buchhandlungen eine grosse Auswahl anbieten, einen tollen Beratungs- und Bestellservice aufrecht erhalten, dann dürfen wir den Buchmarkt nicht den Discountern und dem Internet überlassen, sondern müssen uns für die Buchpreisbindung einsetzen. Nur so verhindern wir die Verödung der Buchlandschaft und schützen ein besonderes Kulturgut, das Schweizer Buch.